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Europäischer Rahmen für die digitale Kompetenz Lehrender

Progressionsmodell

Das vorgeschlagene Progressionsmodell beabsichtigt, Lehrenden dabei zu helfen, ihre

persönlichen Stärken und Schwächen zu verstehen, indem die verschiedenen Stufen oder

Niveaus der digitalen Kompetenzentwicklung beschrieben werden. Zwecks übersichtlicher

Gestaltung werden diese Kompetenzniveaus an die sechs Stufen des Gemeinsamen

Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) von A1 bis C2 angelehnt.

Die verschiedenen Vorteile bei der Nutzung der GER-Klassifizierung werden nachstehend

ausgeführt: Dank der weit verbreiteten und bekannten Niveaus des GER können die

Lehrenden sehr einfach ihr persönliches Niveau an digitaler Kompetenz verstehen und

nachvollziehen. Außerdem wird durch die Anwendung dieser konsolidierten Niveaus der

europäische Referenzrahmen kohärent. Unter praktischen Gesichtspunkten bedeutet dies,

dass sich die Lehrenden bei der Angabe ihres Niveaus an digitaler Kompetenz in ihrem

Lebenslauf auch auf die gleichen Niveaus ihrer Sprachkompetenzen beziehen können. Da

die Lehrenden wissen, dass sich ihre Sprachkompetenzniveaus in Bezug auf

Hörverständnis, Sprechen und Schreiben unterscheiden können, werden sie auch

selbstverständlich akzeptieren, dass ihre digitale Kompetenz sich auf einen bestimmten

Bereich bezieht und sich abhängig vom Bereich stark unterscheiden kann. Somit können

sie sich besser auf ihre spezifischen Bedürfnisse konzentrieren. In begrifflicher Hinsicht ist

der GER so ausgerichtet, dass die sechs Niveaus in drei Blöcke gegliedert werden. Während

die Niveaus A1 und A2, B1 und B2 und C1 und C2 jeweils eng miteinander verbunden sind,

besteht zwischen A2 und B1 und B2 und C1 jeweils ein kognitiver Sprung besteht. Dies

gilt auch für die Kompetenzprogression des DigCompEdu-Referenzrahmens.

Der große Nachteil dieser Niveaustufen besteht jedoch darin, dass sie als bedrohlich

angesehen werden können. Das Hauptziel des vorgeschlagenen DigCompEdu-

Progressionsmodells ist die Unterstützung der kontinuierlichen beruflichen Weiterbildung.

Das Modell soll nicht als normativer Rahmen oder als Mittel zur Leistungsbeurteilung

dienen, ganz im Gegenteil. Die 22 Kompetenzen werden in sechs Stufen eingeteilt, um die

Lehrenden darüber zu informieren, wo sie stehen, was sie bereits erreicht haben und

welche nächsten Stufen absolviert werden können, falls sie beabsichtigen, diese

spezifische Kompetenz weiterzuentwickeln. Die Fertigkeitsaussagen wurden so gestaltet,

um Erreichtes anzuerkennen und Lehrende zu motivieren, ihre Kompetenzen

weiterzuentwickeln. Kleine Stufen sollen dazu führen, dass nach und nach Selbstvertrauen

und Kompetenz gesteigert werden. Die Hauptidee hinter der Fertigkeitsprogression ist die

explizite Darstellung der verschiedenen Stufen zur Entwicklung grundlegender

Kompetenzen, sodass Lehrenden geholfen wird, spezifische Maßnahmen zu ihrer

Kompetenzförderung in der jeweiligen Stufe zu identifizieren und festzulegen.

Um Lehrende zu ermutigen, den DigCompEdu-Kompetenzrahmen als Mittel für ihre

berufliche Weiterentwicklung anzuwenden, wurde beschlossen, die GER-Niveaus mit

motivierenden Rollenbeschreibungen zu verknüpfen, die von

Einsteigerin und Einsteiger

(A1)

bis

Vorreiterin und Vorreiter (C2)

reichen. Diese Beschreibungen sollen Lehrenden

auf allen Niveaus motivieren, das bereits Erreichte wertzuschätzen und darauf

aufzubauen.