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Europäischer Rahmen für die digitale Kompetenz Lehrender

Einleitung

Die Allgegenwärtigkeit der digitalen Medien hat beinahe alle Aspekte unseres Lebens

maßgeblich verändert: wie wir kommunizieren, wie wir arbeiten, wie wir unsere Freizeit

verbringen, wie wir unser Leben organisieren und wie wir Wissen und Informationen

beziehen. Sie hat die Art und Weise verändert, wie wir denken und wie wir uns verhalten.

Kinder und junge Erwachsene wachsen in einer Welt auf, in der digitale Medien

allgegenwärtig sind. Sie kennen es nicht anders. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie von

Natur aus über die richtigen Fertigkeiten verfügen, um effektiv und bewusst digitale

Medien nutzen zu können.

Nationale und europäische Politik ist sich der Notwendigkeit bewusst, dass alle Bürger die

notwendigen Kompetenzen erwerben müssen, um digitale Medien kritisch und kreativ

nutzen zu können. Der Europäische Rahmen für die Digitale Kompetenz (DigComp), der

2016/17 aktualisiert wurde, reagiert auf diese Bedürfnisse mit einer Struktur, die den

europäischen Bürgern und Bürgerinnen ein Verständnis für die digitale Kompetenz

ermöglicht und es ihnen erlaubt, ihre eigene digitale Kompetenz zu bewerten und

weiterentwickeln zu können.

Ein breites Spektrum an Initiativen auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene

bietet schulpflichtigen Schülerinnen und Schülern Leitlinien und Ratschläge zur

Entwicklung der digitalen Kompetenz von jungen Menschen. Der Fokus liegt dabei meist

auf der Kritikalität und auf den digitalen Bürgerrechten. In den meisten europäischen

Mitgliedstaaten wurden bzw. werden die entsprechenden Lehrpläne dahingehend

angepasst, dass die jungen Menschen ermächtigt werden auf kreative, kritische und

produktive Weise an der digitalen Gesellschaft teilnehmen kann.

Auf internationaler, europäischer und regionaler Ebene herrscht ein entsprechend großes

Interesse daran, die Lehrenden mit den notwendigen Kompetenzen auszustatten, das

Potential der digitalen Medien vollständig auszuschöpfen, und so das Lehren und Lernen

verbessern und die Lernenden auf das Leben und die Arbeit in einer digitalen Gesellschaft

angemessen vorbereiten zu können. Entsprechende Rahmenprogramme, Instrumente zur

Selbstbewertung und Ausbildungspläne werden aktuell bzw. wurden bereits von

zahlreichen europäischen Mitgliedstaaten entwickelt, um die Ausbildung und die

fortlaufende berufliche Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern in diesem Bereich zu

steuern.

Das Ziel des in diesem Bericht vorgeschlagenen DigCompEdu-Kompetenzrahmens besteht

darin, sich mit den bestehenden Instrumenten für die digitale Kompetenz der Lehrenden

auseinanderzusetzen und diese in einem kohärenten Modell zusammenzufassen, damit

Lehrende auf allen Bildungsstufen ihre pädagogische digitale Kompetenz umfassend

bewerten und entwickeln können.

Der DigCompEdu-Kompetenzrahmen verfolgt nicht die Absicht, nationale, regionale und

lokale Anstrengungen zur Erfassung der digitalen Kompetenz der Lehrenden zu

untergraben. Im Gegenteil stellt die Vielseitigkeit der Ansätze in den verschiedenen

Mitgliedstaaten einen Beitrag für eine produktive und fortlaufende Debatte dar und ist

daher erwünscht. Der Kompetenzrahmen beabsichtigt, eine gemeinsame Grundlage für

diese Debatte mit einer einheitlichen Sprache und Logik als Startpunkt zu schaffen, um

auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene die verschiedenen Instrumente zur

Entwicklung der digitalen Kompetenz von Lehrenden konzipieren, vergleichen und darüber

debattieren zu können.

Somit bilden folgende Elemente den Mehrwert des DigCompEdu-

Kompetenzrahmens:

-

eine solide Grundlage als Orientierungshilfe bei politischen Entscheidungen auf

allen Ebenen

-

ein Modell für lokale Entscheidungsträger zur schnellen Erarbeitung eines ihren

Bedürfnissen entsprechenden konkreten Instruments, ohne dass diese eine

konzeptionelle Grundlage dafür selbst entwickeln müssen