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SAMR-Modell zur Integration von digitalen Technologien im Unterricht

Die Verwendung von digitalen Technologien im Unterricht stellt Schulen wie Lehrende vor neuen Herausforderungen. Dass dabei oft über die Finanzierung gesprochen wird, liegt auf der Hand. Aber wie sieht es mit technischen Kompetenz aus? Denn schließlich kann nicht jeder von heute auf morgen zum App-Experten werden. Das SAMR-Modell bietet einen Weg, die Integration von digitalen Inhalten in Stufen zu beschreiten.


Das SAMR Modell – adaptiert mit Erlaubnis von Sylvia Duckworth – https://sylviaduckworth.com/ – Deutsche Übersetzung von Ekkehard Brüggemann – http://ekkib.de – bereitgestellt auf https://www.medienzentrum-harburg.de/samr/

Was steckt hinter dem SAMR-Modell?

SAMR ist die Abkürzung für

Substitution (Ersetzung)
Augmentation (Erweiterung)
Modification (Änderung)
Redefinition (Neubelegung)

Das SAMR-Modell wurde 2006 von Ruben Puentedura entwickelt und befasst sich mit der technischen Integration im Schulunterricht. Dabei soll der Grad der technologischen Integration anhand der oben genannten vier Ebenen gemessen werden. Die Ebenen sind nicht hierarchisch zu verstehen – denn im Prinzip kann auf jeder Stufe eingestiegen werden – allerdings zeigen sie eine Entwicklung in der Anwendung von technischen Möglichkeiten im bzw. für den Unterricht auf, da sie diesen bereichern bzw. verändern. Auch lassen sich die Ebenen nicht strikt voneinander trennen, sondern sind mit fließenden Übergängen zu verstehen.

Transformation und Verbesserung

Der Einbezug von neuen Technologien stellt Schulen und Lehrende vor großen Herausforderungen. Mit dem SAMR-Modell ist es möglich, diesen Schritt stufenweise zu vollziehen, so dass auch nicht so technikaffine Personen in die Entwicklung einbezogen werden können. Um diese Entwicklung besser nachvollziehen zu können, werden die vier Ebenen des SAMR-Modells in zwei „Entwicklungsstufen“ zusammengefasst. Diese sind:

Verbesserung (enhancement) mit den Ebenen Ersetzung und Erweiterung
Umgestaltung (transformation) mit den Ebenen Änderung und Neubelegung

Ausgestaltung der vier Ebenen des SMAR-Modells

Ersetzung (substitution)

Auf der untersten Ebene ersetzt das neue Medium das alte. Es handelt sich dabei um einen reinen Ersatz ohne funktionelle Änderung. Das Aufgabenformat selbst wird dabei nicht verändert, und es erfährt auch keine Verbesserung. Das Ziel dieser Ebene ist es, den Umgang mit digitalen Medien zu üben.

Beispiele für diese Ebene sind:

Einscannen eines analogen Arbeitsblattes zum Lesen auf dem Tablet
Nutzung von Computer statt Schreibmaschine

Erweiterung (augmentation)

Auf der zweiten Ebene das Aufgabenformat erweitert. Es erfährt eine funktionale Verbesserung, bleibt aber an sich unverändert. Ziel ist es, funktionale Elemente des neuen Mediums in den Arbeitsprozess zu integrieren.

Beispiele für diese Ebene sind:

Anwendung von Grundfunktionen (wie zum Beispiel das Ausschneiden und Ersetzen von Inhalten)
das Einbetten oder Verlinken von multimedialen Inhalten (Technologieintegration)
Schüler können bzw. dürfen auf Online-Ressourcen, wie zum Beispiel Wörterbücher, zurückgreifen.

Änderung (modification)

Mit dieser Stufe beginnt die Veränderung des Aufgabenformates, da hier die Einbeziehung der technischen Möglichkeiten im Fokus steht. Dies führt zu einer Neugestaltung des Aufgabenformates, da die Aufgabenstellung so umformuliert wird, dass eine digitale Unterstützung erforderlich ist. Die damit verbundenen Vorzüge sollen von den Schülerinnen und Schülern explizit genutzt werden.

Beispiele für diese Ebene sind:

Einfügen von Fragen
Einfügen von Video- und/oder Bilddateien
Einfügen von textuellen, visuellen und/oder auditiven Werkzeugen
Tabellenkalkulation
grafische Darstellungen

Durch die Integration von Kommunikationswerkzeugen, wie zum Beispiel E-Mail oder Kommentar-Funktionen, kann auf dieser Stufe auch der soziale Aspekt in den Vordergrund rücken. So kann beispielsweise durch das gegenseitige Kommentieren und Diskutieren von Blog-Beiträgen gemeinsames Wissen aufgebaut werden.

Neubelegung (redefinition)

Auf der vierten Ebene des SAMR-Modells kommt es zu einer Neubelegung der Aufgabe bzw. des Aufgabenformats. Da wird die Aufgabe so transformiert, dass sie ohne digitale Unterstützung nicht mehr funktioniert. Eine „Flucht“ in die analoge Welt ist nicht mehr möglich. Voraussetzung für diese Ebene ist, neben der Verfügbarkeit der notwendigen Apps, eine hohe fachliche und mediale Kompetenz.

Beispiele für diese Ebene sind:

Werkzeuge, die die Visualisierung von schwer verständlichen Inhalten ermöglichen
digitales Storytelling mit Bildern und Videos
audiovisuelle Aufbereitung von Texten
Erstellung von digitalen Endprodukten (Kreativität der Lernenden)

Teil der vierten Ebene ist es auch, digitales Feedback einzuholen, etwa durch das vernetzte Klassenzimmer.


Weitere Anregungen zur Arbeit mit dem SAMR-Modell

Published inPädagogik

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